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W.- Le jeune Werther
W.- Der junge Werther
F 1992 100 Min. OmU
R.,B.,S.: Jacques Doillon
K.: Christophe Pollock
M.: Philippe Sarde
D.: Ismael Jolé-Ménébhi, Miren Capello, Thomas Brémont
Mirabelle Rousseau
Warum hat sich Guillaume umgebracht? Für eine Gruppe Jugendlicher wird der Tod des Freundes zur aufwühlenden Frage nach Liebe, Freundschaft und Iden tität. Bei dem Versuch, einen Grund für die Tat zu finden, stoßen sie auf Miren, ein Mädchen, in das Guillaume verliebt gewesen sein soll. Ismael, Guillaumes bester Freund, verliebt sich dabei selbst in sie.


Wahl und Schicksal
Habehira Vehagoral
Israel 1993 113min O.m.U.
B+R.: Tsipi Reibenbach
Ein altes Ehepaar, das den Holocaust überlebt hat, wird von ihrer Tochter portraitiert. Da ist der Vater, der viel redet über das Leben in den Ghettos und Todeslagern. Die Mutter schweigt, kocht, hat einen Putzfimmel und steht abseits. Sie sagt absolut nichts, sieht ein wenig skeptisch und mürrisch aus und ist innerlich so unruhig und ohne Geduld, daß wir uns mehr und mehr eine Explosion herbeiwünschen. Wie einen Film beschreiben, der auf sehr vielen Ebenen (Erzählung von Überlebenden, Tochter-Eltern und auch Mann und Frau Beziehung) funktioniert? Der wichtigste Aspekt erscheint mir jedoch all das zu sein, was sich um Bewältigung und verdrängung von Vergangenheit dreht. Das Problem also, was dich und mich genauso angeht, und mit dem wir wohl oder übel auch alt werden müssen, selbst wenn unsere Vergangenheit vergleichsweise nur Wehwehchen erzeugt.



Wallace & Gromit unter Schafen
GB 1983-95 O.m.U. 80 Min.
Filme von Peter Lord, Luis Cook, David Sproxton, Nick Park, Boris Kossmehl, und Sam Fell
Jede Menge Vorfilme und als Höhepunkt des Abends: Wallace & Gromit in "A close shave", einem Thriller, in dem die Knetmännchen das unheimliche Schafeverschwinden aufklären müssen. Wie es sich für einen guten Krimi gehört, wird außer der Aufklärung des Verbrechens noch eine herzergreifende Liebesgeschichte geboten, in der Käse eine tragische Rolle spielt.

Warnung vor einer heiligen Nutte
BRD 1970 103 Min.
R.: R.W.Fassbinder
D.: Eddie Constantine, Lou Castel, Hanna Schygulla, Marquard Bohm
Fassbinders Film über das Filmemachen: Mord und Totschlag in der Gruppe, jede Menge Suff,
das Geld vom Innenminister kommt nicht, und dennoch wird tatsächlich immer wieder gearbeitet. Den despotischen Regisseur läßt Fassbinder von Lou Castel spielen, er selbst sieht dem chaotischen Treiben aus der sicheren Distanz einer kleineren Rolle zu. All die Leute, die man aus seinen Filmen kennt, spielen mehr oder weniger sich selbst, und so ist dieser Film mehr eine Beschreibung seiner ganzen Gruppe als nur seiner selbst. Und das macht ihn einfach besser als einen Film wie "Ein Mann wie Eva", der sich nur um den "fiesen Fassbinder" dreht.



...was man so sein eigen nennt:
der Mauergarten und andere Grenzfälle
R: Imma Harms und Thomas Winkelkotte 70 Min Berlin 1998
Eigentum ist die Basis von Macht und Anerkennung. Wer nichts besitzt, ist abhängig von denen, die besitzen, und diese Abhängigkeit läßt sich in bare Münze verwandeln. Eigentum ist die heilige Kuh, um die sich in der bürgerlichen Gesellschaft alles dreht. Imma Harms und Thomas Winkelkotte wollten wissen, was Menschen an Orten und in Zeiten, wo Eigentumsverhältnisse neu geordnet werden, als ihr eigenes" in Anspruch nehmen. Wie wird Eigentum legitimiert, wenn die Legitimität selbst einem Paradigmenwechsel unterliegt? Was gilt jenseits der gesetzlichen Normen als eigenes", wenn das Rechtsverständnis sich am Brennpunkt unterschiedlicher sozialer und kultureller Strukturen konstituiert? Auf einem Zipfel im ehemaligen Grenzgebiet zwischen Ost- und West-Berlin, heute Kreuzberg und Mitte, liegt ein kleiner Gemüsegarten. Die Zuständigkeitswirren der Nach-Wende-Zeit haben dafür gesorgt, daß zwei türkische Familien ihr Gewohnheitsrecht, dort Zwiebeln, Kohl und Bohnen anzubauen, auch neun Jahre nach dem Mauerfall gegen alle Neuverortung des Eigentums behaupten konnten. Schlechter erging es den Wagenburglern auf der benachbarten brachliegenden Straße, auch ein Stück des ehemaligen Grenzstreifens - ihr Zuhause" wurde abgeräumt und dem Verkehr übergeben. Auch ihre Helfer und Fürsprecher aus der angrenzenden St. Thomas-Gemeinde konnten das nicht verhindern. Deren riesiges Kirchengebäude steht derweil weiterhin leer...



Was ist mit Bob?
USA 1991 99min
R.: Frank Oz
D.: Bill Murray, Richard Dreyfuss, Julie Hagerty
Bob hat Depressionen und möchte sich von ihnen trennen. Der Analytiker Richard Dreyfuss, eine unerträgliche, arrogante Krähe, nimmt ihn widerwillig in Behandlung. Einfacher Plot, Boxring frei. Das Duell der zwei, beide Koryphäen auf ihrem Gebiet, bringt den einen um die Existenz, für den anderen wird es ein Akt der Befreiung. Obwohl manchmal etwas brav, ist dies ein guter und sehr lustiger Film, denn Bill Murray (Und täglich grüßt das Murmeltier) spielt Bob und in seinem Blick liegt eine furchtbar pfundsschwere Traurigkeit.



Was ist los?
BRD 1991 60min
R.: Harun Farocki
Wie bedient man einen Geldautomaten? Wie spricht man mit einem Computer? Wie beendet man einen Banküberfall? Wie verhandelt man mit Investoren? Es gibt viel zu lernen im neuen Deutschland. Sozusagen die ostdeutsche Ergänzung zu "Leben - BRD".


Was sie nie über Frauen wissen wollten
BRD 91 80min
R.: Lothar Lambert
D.: Nilgün Taifun, Dennis Buczema, Renate Soleymany
Lothar Lambert gibt in seinem zwanzigsten Film den gestreßten Therapeuten einer Frauen-WG, das Ost-West Verhältnis wird als Sado-Maso Szene aufbereitet, jede/r leidet unter allen anderen und träumt natürlich Seifenoperträume. Die Sympathie für die auf den ersten Blick etwas verkrachten Existenzen und die mögliche Unmöglichkeit, dem tristen Dasein doch was abzugewinnen, Lamberts Thema halt, hat er diesmal die lustigeren Seiten abgewonnen.


Weihnachten haben wir uns unsern Teil der Freiheit genommen
Rumänien, 1990
(De cr ciun ne-am luat ra ia de libertate) O.m.frz.U., 19 min
R: Catalina Fernoaga u Cornel Mihalache, K: Alexandru Spataru, M: Andrei Bretz, P: Romania Film
Ein filmischer Essai und kritische Reflexion über die "Revolution" von 1989. Während Weihnachtslieder daran erinnern, daß Ceausescu vor kurzem erschossen wurde, hört ein Redakteur die Originalaufzeichnungen von zahlreichen Telefonanrufen, die am 25. u. 26. 12. eingingen. Es waren Anrufe von Zuschauern, die selber Zeugen waren, teilweise frustriert oder einfach übersättigt von immer neuen Nachrichten. Catalina Fernoaga (*1964) und C. Mihalache waren 1990 Studenten am Nationalen Institut für Theater und Film.


Weltmeister
BRD 1993 71min, B+R.: Zoran Solomun, K.: Slavomir Idziak, D.: Alexander Meyer,
Grit
Horing
"Zoran Solomuns WELTMEISTER erzählt von der brüchigen Freundschaftzwischen einem russischen Jungen und einem deutschen Mädchen in einer Kleinstadt bei Berlin. Die Familien zerfallen. Die beiden Jugendlichen eint szummer Protest gegen eine Erwachsenenwelt, deren Lügen sie eher Spüren als verstehen. Präziser und empfindsamer ist der Umbruch im Osten kaum beschrieben worden." (Freitag) "...Es schien, als hätte ich eine Grundlage gefunden, von der aus ich von den russischen Offizieren und ihren Familien erzählen konnte. Warum? Weil ich in meinem ersten Spielfilm etwas über den Sozialismus, der auch meine Kindheit war, und über das Ende des Sozialismus etwas sagen wollte. Ich wollte zeigen, daß große politische Ereignisse schließlich immer auch individuelle menschliche Geschichten sind." (Zoran Solomun)



Wenn die Gondeln Trauer tragen
GB 1973 109min
R.: Nicholas Roeg
B.: nach Roman von Daphne du Maurier
D.: Donald Sutherland, Julie Christie, Hilary Mason
Nach dem Tod ihrer Tochter durch Ertrinken, fährt das Ehepaar Baxter, um den Schicksalsschlag zu vergessen und eine Kirche zu restaurieren, ausgerechnet nach Venedig. Die Abendzeitung München schreibt:
Im Genre des parapsychologischen Gruselfilms ist dies ein besonders schillerndes Exemplar:
Undurchsichtig und in der Auflösung irre (nach einem Stoff von Daphne du Maurier), doch innerhalb des Bannkreises athmospherischer Hysterie von einer zwanghaften Logik...



Wer mich liebt, nimmt den Zug
Der Anhang des verstorbenen Malers Jean-Baptiste nimmt auf seinen letzten Wunsch hin den Zug, um zur Beerdigung nach Limoges zu fahren. Auf dem Weg zu Europas größtem Friedhof widmet sich die quirlige Sippe der Exgeliebten, verkannten Musen und Bewunderer ihren Eifersüchteleien und Gefühlsausbrüchen, streitet und versöhnt sich, spielt Reise nach Jerusalem. Nach und nach wachsen einem die Beteiligten ans Herz, während man sie sich gleichzeitig vom Leib halten möchte, weil sie ihre Emotionen nicht im Zaum halten mögen, was beim Zusammenprall mit der bürgerlichen Familie des Malers auch ziemlich komisch ist. Fra. 1997, 120 Min.
R.: Patrice Chéreau
D.: Valéria Bruni-Tedeschi, Charles Berling, Jean-Louis Tritignant, Roschdy Zem



Western
Ein Schuhverkäufer und ein Landstreicher treffen aufeinander, streiten-vertragen sich und durchstreifen schließlich gemeinsam die Bretagne. Ihre Erlebnisse, ihre Affären und Liebesgeschichten sind überwiegend amüsant, manchmal auch ein wenig melancholisch, so wie sich das gehört.
Frankreich 1997, O.m.U., 120 Min.
R.: Maurice Poirier
D.: Sergi Lopez, Sascha Bourdo, Elisabeth Vitali



What's eating Gilbert Grape?
USA 1993 117 Min.
R.: Lasse Hallström
D.: Johnny Depp, Juliette Lewis, Leonardo Di Caprio, Mary Steenburgen
Erwachsenwerdliebeskomödienfilm
Gilberts Leben in einem tristen Kaff wird von Mutter und Geschwistern bestimmt, bis die reichlich hippieske Becky dort auftaucht, sein Herz erobert und ihm sagt, daß ein Mensch sein eigenes Leben wählen kann. Für zwei Stunden Hollywoodfilm mag ich mich wohl dieser süßen Hoffnung und dem glücklichen Ende hingeben, doch dann gehe ich aus dem Kino und laß' mich wieder 'rumschubsen.


Wheels and Deals
BRD 1991 96 Min. OmU B + R + K : Michael Hammon M : William Ramsey D
: Sello Ke
Maake-Ncube, Kimberleigh Stark, Archie Mogorosi, Ramolao Makhene
Zu versuchen, sein Geld auf ehrlichen Weg zu erwerben, zahlt sich nicht aus - das hat der in Soweto lebende BT mit der Zeit gelernt und wird ihm besonders bewußt, als zwei seiner Kollegen im Stahlwerk wegen einer Lappalie gekündigt wird. Beim darauffolgenden Streik gehen ihm die Forderungen seines Freundes nicht weit genug, er empfindet dessen Taktieren als Anbiederung an die Weissen.
BT beginnt, für den Hehlerring eines rücksichtslosen und ehrgeizigen, und deshalb wohl amtierenden Stadtrates Autos zu stehlen, was zu Konflikten nicht nur mit seiner neuen Liebe, einer Anwältin, führen muß.


When we were kings
Rasend schnell und witzig montierte Dokumentation über die politische und medienstrategische Bedeutung des legendären Boxkampfes zwischen Muhammad Ali und George Foreman in Zaire, wobei natürlich die ausgeprägte Medienwirksamkeit des ersteren sehr zur Unterhaltung beiträgt.
USA 1996, 85 Min., OmU
R.: Leon Gast, Taylor Hackford



Whore
Die Hure
USA 1991 92min
Originalfassung!
R.: Ken Russell
B.: K.R.,Deborah Dalton, nach dem Schauspiel von David Hines
D.: Theresa Russell, Benjamin Mouton, Antonio Fargas
Der "typische" Alltag einer Hure Die Textvorlage eines britischen Taxifahrers, die die Geschichten verschiedener Prostituierten zu einer einzelnen zusammenfaßt, inszenierte Ken Russell ungewohnt unspektakulär, beinahe lakonisch. "In 'Whore' gibt es keine offenen Sex-Szenen, Theresa Russell zieht nie ihre Kleider aus. Das ist einer der unero tischsten Filme, die ich je gemacht habe. Nur die Sprache schockiert." (Ken Russell)
Nun, so schlimm ist es auch wieder nicht, aber damit sprachlich hier nichts falsch ankommt zeigen wir die englische Originalfassung.



Wie verrückt und aus tiefstem Herzen -truly, madly, deeply-
GB 1990 106 Min.
R.+B.: Anthony Minghella K.: Remi Adefarasin
D.: Juliet Stevenson, Alan Rickman, Bill Paterson, Michael Maloney
Paul Zaentz, Produzent in Hollywood, war völlig begeistert von dem Streifen. Nicht weniger als 3mal hat er sich ihn in London angesehen, schließlich Regisseur Minghella zum Essen eingeladen, und herausgekommen ist Der Englische Patient'. Für den wurden Produzent und Regisseur ja bekanntlich mit Oskars überhäuft, was wir nun zum Anlaß nehmen, eben jenen, weniger prätentiösen Film noch einmal hervorzuholen. Ninas Geliebter Jamie ist bereits seit 3 Jahren tot, trotzdem beschäftigt er ihre Gedanken und Gefühle ständig. Sie meint, immer noch seine Anwesenheit zu spüren,auch flüstert er ihr noch ständig kleine Vernünftigkeiten ein. Plötzlich jedoch ist er wieder da. Die Freude ist groß, aber er hat leider ein paar Kumpels von der anderen Seite mitgebracht. Nun muß sie zu deren Unterhaltung Videos besorgen, muß - trotz Sommer- heizen, denn den Jungs ist's kalt, und nebenher hat sie noch das normale' Leben zu bewältigen, samt eines neuen Bekannten. Das ganze ist eine kleine, feine Komödie, mit Schauspielern, die ich gerne öfter in besseren Filmen sehen möchte als die, wo sie ( zumindest Rickman ) gemeinhin agieren. Als er dann plötzlich - natürlich unerwartet, aber umso herzlicher begrüßt - wieder auftaucht, wird ihr Leben langsam, aber sicher gehörig umgekrempelt.
Am Ende, als sie eine neue Liebe gefunden hat, verläßt er sie mitsamt seinen inzwischen ebenfalls aus dem Totenreich entwichenen Kumpels - trotz 'Happy End' ein schön wehmütiger Schluß.
Es ist nicht die von der (völlig verfehlten, vom deutschen Titel übers Plakat bis hin zum Kudamm-Start) Werbung angepriesene Liebeskomödie, sondern die Geschichte einer Frau, die Abschied nehmen muß (von wem oder was auch immer). Erst wenn der Film nur als diese, d.h. als nur ihre, Geschichte begriffen wird, entwickelt er seinen feinen, skurrilen Witz.



Wilde Herzen
F 1994 110min, R.: André Téchiné, D.: Gaël Morel, Elodie Bouchez, Frédéric Gorny
,
Stéphane Rideau
Vor dem Hintergrund des französisch-algerischen Krieges erleben vier Jugendliche aus der südwestlichen Provinz Frankreichs, wie merkwürdig es ist, politische Positionen und Beziehungen zu anderen und zu sich selbst, unter einen Hut zu bringen. Seit langem einmal wieder ein Film, wo man Zeit hat, die Personen kennenzulernen. Ihre Motive, so zu denken, wie sie denken, so zu handeln, wie sie handeln, lassen sich nachempfinden, oder ganz einfach: Ihre Gesichter werden einem nach und nach immer mehr vertraut. Also ein Film der besseren Sorte, wo kein Klischee den Blick auf die Personen versperrt.


Wintermärchen
Frk. 91 114min
R.und B.: Eric Rohmer
D: Charlotte Very, Frederic van den Driessche, Herve Furic
Was am Ende auf jeden Fall im Gedächtnis bleibt, ist die wun dervolle Art, wie Felicie ihr Schicksal beschreibt - 'un lap sus'. Eben jener, daß sie ihrer wahren Liebe am Ende des Ur laubs die falsche Adresse zu steckt. - Sprung - fünf Jahre später besitzt sie eine Tochter, eben aus jener Beziehung, aber kann den Vater nicht finden bzw. er sie nicht. Und diese Wirklichkeit des winterlichen Paris läßt alles andere als ein Wunder vermuten. Sie lebt ihr Leben, pendelt zwischen ihrem Chef Maxence und Loic, einem Bibliothekar, hin und her und liebt doch nur den einen. Aber der Film wäre kein Winter märchen, wenn hier bereits Schluß wäre mit der Erzählung.


Wintertage, Frühlingstage
Dongchun di rizi
China 1993 75min O.m.U.
R.: Wang Xiaoshuai
D.: Lui Xiaodong, Yu Hong
Ein neuer, unabhängig produzierter, kleiner Film aus China, der in der Gegenwart spielt und einen an sowas wie eine Nouvelle Vague erinnert, vielleicht auch nur weil die Hauptdarstellerin mich an Anna Karina erinnert. Die Geschichte einer Liebe und einer Trennung. Xiaodong und Xiaochun sind seit ihrer Kindheit zusammen, sind Künstler und verdienen wenig Geld mit dem Verkauf ihrer Bilder. Doch der Alltag hat einen Stillstand in ihr Leben gebracht. Da können sie nur fliehen oder verrückt werden.



Wir waren jung
Bulgarien, 1961
(A Biachme Mladi) DF, 113 min
R: Binka Sheljaskova, B: Christo Ganev, K: Vassil Choliotschev, M: Simeon Pironkov, D:
Rumjana
Karabelova, Dimiter Bujnosov, Ludmila Tscheschmedsheva u.a.
Der Film erzählt von Sheljaskowas eigenen Erfahrungen als Widerstandskämpferin im 2. WK und gilt als eines der bedeutendsten Beispiele für den bulgarischen poetischen Realismus. Eine Liebesgeschichte inmitten einer Gruppe junger Partisanen, die in Sofia Sabotage-Akte gegen Deutsche planen und ausführen. Ein Film über die verlorenen Generation des Krieges und zugleich eine Reflexion über die Jugend in Bulgarien Anfang der 60er Jahre.
B. Sheljaskova (*1923) studierte an der Hochschule für dramatische Künste in Sofia und war die erste bul-garische Regisseurin. Filme seit 1954, darunter Der gefesselte Ballon (Priwarsanjat Balon, 1966), Das letzte Wort (Doslednata Duma, 1973) und Das mitternächt-liche Bad (Golyamoto Noshtno Kupane, 1981). Wir waren jung gehörte in den 60 Jahren zu den großen internationalen Erfolgen des bulgarischen Kinos.



Wo ist das Haus meines
Freundes?
( Khaneh-ye Doost Kojast?)
Iran 1990 OmU
R : Abbas Kiarostami
D : Ahmadpoor
So ungerecht, wie wir es alle kennen :
Unverständnis, falsche Fährten und autoritäre Ignoranz behindern Ahmad, als er seinem Schulkameraden das dringend benötigte Schulheft bringen will. Seine Suche nach dem Freund wird zu einer Odyssee durchs unbekannte Nachbardorf, und langsam fängt es an, dunkel zu werden ... Aber auch : 'Wir haben eine alte Geschichte über einen Vogel, der zur Erkenntnis kommt, daß man, um hoch fliegen zu können, die Körner am Boden vergessen muß... der Junge in meinem Film schläft nicht und ißt nicht, damit er so hoch fliegen kann, wie Sie es im Film sehen können.'
Abbas Kiarostami



Wolken ziehen vorüber
Finnland 96 96Min.
R : Aki Kaurismäki
D : Kati Outinen, Kari Väänänen, Sakari Kuosmanen
Overacting' ist schwer in Mode: Je mehr ein Schauspieler herumhampelt, fuchtelt und grimassiert, desto größer ist die Begeisterung für diese Schauspielkunst. Wie wohltuend ist in solchen Zeiten die stoische Bewegungslosigkeit der Helden von Aki Kaurismäki, mit der sie selbst die schlimmsten Schicksalsschläge wegstecken. Ihre ungeheure Lakonie erzeugt sowohl die traurigsten, als auch die komischsten Momente seiner besten Filme, die Schauspieler verstellen nicht den Blick des Zuschauers auf das, was geschieht: Ilona und Lauri haben ihre Arbeitsplätze verloren und versinken immer auswegloser in ihren Schwierigkeiten, bis ihnen Herr Kaurismäki ein Ende schenkt, das ... - also, daß mir keiner über dieses Ende motzt, wir sind hier nämlich im Kino, und die Wirklichkeit tobt draußen ungestört weiter, sodaß ja jeder die Möglichkeit hat, anzuschauen, wie es wirklich hätte ausgehen müssen.



Womit hab' ich das verdient?
Spa. 1984 101min
B+R.: Pedro Almodóvar
D.: Carmen Maura, Angel de Andrés López, Chus Lampreave
"Nur nicht aus Liebe weinen"
Eine Hausfrau namens Gloria (Carmen Maura), mit ihrem Mann Antonio, der nervenden Schwiegermutter, und ihren 2 kleinkriminellen Söhnen in eine kleine Madrider Sozialwohnung gezwängt, ist ziemlich frustriert. Als das Macho- Gehabe ihres Antonios auch noch Eifersucht erregt, versagen ihre Nerven und sie erschlägt ihn mit einer Schinkenkeule. Schrill-traurige Sozialkomödie. Ach ja, irgendwie (fragt mich bloß nicht wie) gehts auch noch um die Hitlertagebücher.


Wounded Faces
D. 1991 82 Min.
R. Norbert Lechner
D. Karin Moser, Sualk Zeugner, Steffen Wink, Robert Aldini, Tilman Schaich, Antonietta
Bonomi, Maria
Scholz, Maria Passas
Wounded Faces handelt von einer Gruppe junger Leute, die manchmal mit sich, aber nie mit allem anderen etwas anfangen können. Meistens geht es um Sehnsüchte, Träume und Wünsche oder deren Umkehrungen. Jedenfalls bleibt derjenige alleine, der meint die Lethargie durchbrechen zu können. Wie sie sich verhalten oder miteinander reden, erinnert stark an frühe Fassbinder Filme. Wenn das kein Grund ist, es einmal mit einem Nicht- Mainstream- Film zu probieren!


Wrong World
Australien 1984 94min O.m.U.
R.: Ian Pringle
D.: Richard Moir, Jo Kennedy, Nicholas Lathouris
"It has to run out sometime. Everything does. The blood, the passion, the fear. Except loneliness."
Ein Roadmovie.


Wo der Himmel die Erde berührt
Der Film spielt in Kirgisistan, in einer kargen, gebirgigen Region Zentralasiens. Der Film begleitet eine alte Frau, die jedes Jahr mit ihren Schafen hoch in die Berge zieht, um den Sommer über dort zu leben. Die Jüngeren zieht es nur noch einmal im Jahr zu einer Art Urlaub hier hoch, um ihre Tante, Mutter, Oma zu besuchen. Kirgisistan, die Heimat des Tschingis Aitmatow, ist seit 91 souveräne Republik und beherbergt eines der größten Goldvorkommen der Erde. Der Abbau bedeutet schwere Konsequenzen für das Land und seine 4,5 Millionen Einwohner, hin und her gerissen zwischen Tradition und Moderne.
BRD 1999 , 85 Min, OmU, B., R. + K.: Frank Müller, unter Mitarbeit von Tschingis Aitmatow, Musik: Nurian Nischanov


WerAngstWolf
High-Klassik Texte, gesprochen von High-Klassik Schauspielern, sollen auf die sibillinischen Berge prallen... (C.Klopfenstein)- und dann sieht man, was zurückkommt. Die SchauspielerInnen sind unterwegs nach Rom, zu einem imaginären Produzenten, auf verschiedenen Wegen, aber schließlich werden sie alle in einer verschneiten Hochebene landen. Sie sprechen, indem sie Passagen aus klassischen Bühnentexten rezitieren, wobei sich das Gesagte mit der Gegenwart vermischt. Die Texte kennt man, aber hier, und auch, weil der Regisseur vorwiegend mit ‘Out-Takes' arbeitet, be-kommen sie eine andere, persönliche Be- deutung. Ein entspannter Film, den man weder nacherzählen kann, noch sollte.
Ch/IT 1996-2000, 85 Min. B, R, K : Clemens Klopfenstein D.: Mathias Gnädinger + Charlotte Heinimann mit ‘Onkel Wanja' von Anton P. Tschechow; Caroline Redl mit ‘Die heilige Johanna' von G. B. Shaw; Georg Meyer-Goll + Max Rüdlinger mit ‘Nachtasyl' von Maxim Gorki; Anna von Gablenz, Erika Fischer, Johannes Hartmann, Norbert Muzzulini mit ‘Wer hat Angst vor Virginia Woolf?' von Edward Albee; Doraine Green, Arne Nannestad mit ‘Who's Afraid of Virginia Woolf?'; Bruno Ganz + Tina Engel mit ‘Der gefesselte Prometheus' von Aischylos,; Stefan Kurt, Janet Haufler, Norbert Klassen mit ‘Macbeth' von W. Shakespeare; Hans Dieter Jendreyko und Andreas Schulz mit ‘Der Großinquisitor' von Fjodor M. Dostojewskij; Lukas Klopfenstein mit ‘Das Unendliche' von Giacomo Leopardi.