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W.- Le jeune Werther
W.- Der junge Werther
F 1992 100 Min. OmU
R.,B.,S.: Jacques Doillon
K.: Christophe Pollock
M.: Philippe Sarde
D.: Ismael Jolé-Ménébhi, Miren Capello, Thomas Brémont
Mirabelle Rousseau
Warum hat sich Guillaume umgebracht? Für eine Gruppe Jugendlicher wird der Tod
des
Freundes zur
aufwühlenden Frage nach Liebe, Freundschaft und Iden tität. Bei dem Versuch, einen
Grund für
die Tat zu
finden, stoßen sie auf Miren, ein Mädchen, in das Guillaume verliebt gewesen sein
soll.
Ismael,
Guillaumes
bester Freund, verliebt sich dabei selbst in sie.
Wahl und Schicksal
Habehira Vehagoral
Israel 1993 113min O.m.U.
B+R.: Tsipi Reibenbach
Ein altes Ehepaar, das den Holocaust überlebt hat, wird von ihrer Tochter portraitiert.
Da
ist der
Vater, der viel redet über das Leben in den Ghettos und Todeslagern. Die Mutter
schweigt,
kocht,
hat einen Putzfimmel und steht abseits. Sie sagt absolut nichts, sieht ein wenig
skeptisch
und
mürrisch aus und ist innerlich so unruhig und ohne Geduld, daß wir uns mehr und
mehr
eine
Explosion herbeiwünschen.
Wie einen Film beschreiben, der auf sehr vielen Ebenen (Erzählung von
Überlebenden,
Tochter-Eltern und auch Mann und Frau Beziehung) funktioniert? Der wichtigste
Aspekt
erscheint
mir jedoch all das zu sein, was sich um Bewältigung und verdrängung von
Vergangenheit
dreht.
Das Problem also, was dich und mich genauso angeht, und mit dem wir wohl oder übel
auch alt
werden müssen, selbst wenn unsere Vergangenheit vergleichsweise nur Wehwehchen
erzeugt.
Wallace & Gromit unter
Schafen
GB 1983-95 O.m.U. 80 Min.
Filme von Peter Lord, Luis Cook, David Sproxton, Nick Park, Boris Kossmehl, und
Sam
Fell
Jede Menge Vorfilme und als Höhepunkt des Abends: Wallace & Gromit in "A close
shave",
einem Thriller,
in dem die Knetmännchen das unheimliche Schafeverschwinden aufklären müssen.
Wie
es sich
für einen
guten Krimi gehört, wird außer der Aufklärung des Verbrechens noch eine
herzergreifende
Liebesgeschichte
geboten, in der Käse eine tragische Rolle spielt.
Warnung vor einer heiligen
Nutte
BRD 1970 103 Min.
R.: R.W.Fassbinder
D.: Eddie Constantine, Lou Castel, Hanna Schygulla, Marquard Bohm
Fassbinders Film über das Filmemachen: Mord und Totschlag in der Gruppe, jede
Menge
Suff,
das Geld vom Innenminister kommt nicht, und dennoch wird tatsächlich immer
wieder
gearbeitet.
Den despotischen Regisseur läßt Fassbinder von Lou Castel spielen, er selbst sieht
dem
chaotischen Treiben aus der sicheren Distanz einer kleineren Rolle zu. All die Leute,
die
man
aus
seinen Filmen kennt, spielen mehr oder weniger sich selbst, und so ist dieser Film
mehr
eine
Beschreibung seiner ganzen Gruppe als nur seiner selbst. Und das macht ihn einfach
besser als
einen Film wie "Ein Mann wie Eva", der sich nur um den "fiesen Fassbinder" dreht.
...was man so sein eigen
nennt:
der Mauergarten und andere Grenzfälle
R: Imma Harms und Thomas Winkelkotte 70 Min Berlin 1998
Eigentum ist die Basis von Macht und Anerkennung. Wer nichts besitzt, ist abhängig
von
denen,
die besitzen, und diese Abhängigkeit läßt sich in bare Münze verwandeln. Eigentum ist
die
heilige Kuh, um die sich in der bürgerlichen Gesellschaft alles dreht.
Imma Harms und Thomas Winkelkotte wollten wissen, was Menschen an Orten und in
Zeiten,
wo Eigentumsverhältnisse neu geordnet werden, als ihr eigenes" in Anspruch
nehmen.
Wie
wird Eigentum legitimiert, wenn die Legitimität selbst einem Paradigmenwechsel
unterliegt?
Was gilt jenseits der gesetzlichen Normen als eigenes", wenn das Rechtsverständnis
sich am
Brennpunkt unterschiedlicher sozialer und kultureller Strukturen konstituiert?
Auf einem Zipfel im ehemaligen Grenzgebiet zwischen Ost- und West-Berlin, heute
Kreuzberg
und Mitte, liegt ein kleiner Gemüsegarten. Die Zuständigkeitswirren der
Nach-Wende-Zeit
haben dafür gesorgt, daß zwei türkische Familien ihr Gewohnheitsrecht, dort Zwiebeln,
Kohl
und Bohnen anzubauen, auch neun Jahre nach dem Mauerfall gegen alle
Neuverortung
des
Eigentums behaupten konnten.
Schlechter erging es den Wagenburglern auf der benachbarten brachliegenden
Straße,
auch
ein Stück des ehemaligen Grenzstreifens - ihr Zuhause" wurde abgeräumt und dem
Verkehr
übergeben. Auch ihre Helfer und Fürsprecher aus der angrenzenden St.
Thomas-Gemeinde
konnten das nicht verhindern. Deren riesiges Kirchengebäude steht derweil weiterhin
leer...
Was ist mit Bob?
USA 1991 99min
R.: Frank Oz
D.: Bill Murray, Richard Dreyfuss, Julie Hagerty
Bob hat Depressionen und möchte sich von ihnen trennen. Der Analytiker Richard
Dreyfuss,
eine unerträgliche, arrogante Krähe, nimmt ihn widerwillig in Behandlung. Einfacher
Plot,
Boxring frei. Das Duell der zwei, beide Koryphäen auf ihrem Gebiet, bringt den einen
um
die
Existenz, für den anderen wird es ein Akt der Befreiung. Obwohl manchmal etwas
brav,
ist dies
ein guter und sehr lustiger Film, denn Bill Murray (Und täglich grüßt das Murmeltier)
spielt
Bob
und in seinem Blick liegt eine furchtbar pfundsschwere Traurigkeit.
Was ist los?
BRD 1991 60min
R.: Harun Farocki
Wie bedient man einen Geldautomaten? Wie spricht man mit einem Computer? Wie
beendet
man einen
Banküberfall? Wie verhandelt man mit Investoren? Es gibt viel zu lernen im neuen
Deutschland.
Sozusagen die ostdeutsche Ergänzung zu "Leben - BRD".
Was sie nie über
Frauen
wissen
wollten
BRD 91 80min
R.: Lothar Lambert
D.: Nilgün Taifun, Dennis Buczema, Renate Soleymany
Lothar Lambert gibt in seinem zwanzigsten Film den gestreßten Therapeuten einer
Frauen-WG,
das
Ost-West Verhältnis wird als Sado-Maso Szene aufbereitet, jede/r leidet unter allen
anderen und
träumt
natürlich Seifenoperträume. Die Sympathie für die auf den ersten Blick etwas
verkrachten
Existenzen und
die mögliche Unmöglichkeit, dem tristen Dasein doch was abzugewinnen, Lamberts
Thema halt,
hat er
diesmal die lustigeren Seiten abgewonnen.
Weihnachten haben wir uns unsern Teil der Freiheit genommen
Rumänien, 1990
(De cr ciun ne-am luat ra ia de libertate) O.m.frz.U., 19 min
R: Catalina Fernoaga u Cornel Mihalache, K: Alexandru Spataru, M: Andrei Bretz, P:
Romania
Film
Ein filmischer Essai und kritische Reflexion über die "Revolution" von 1989.
Während
Weihnachtslieder
daran erinnern, daß Ceausescu vor kurzem erschossen wurde, hört ein Redakteur
die
Originalaufzeichnungen von zahlreichen Telefonanrufen, die am 25. u. 26. 12.
eingingen.
Es
waren
Anrufe von Zuschauern, die selber Zeugen waren, teilweise frustriert oder einfach
übersättigt
von immer
neuen Nachrichten.
Catalina Fernoaga (*1964) und C. Mihalache waren 1990 Studenten am Nationalen
Institut für
Theater
und Film.
Weltmeister
BRD 1993 71min, B+R.: Zoran Solomun, K.: Slavomir Idziak, D.: Alexander
Meyer,
Grit
Horing
"Zoran Solomuns WELTMEISTER erzählt von der brüchigen Freundschaftzwischen
einem
russischen
Jungen und einem deutschen Mädchen in einer Kleinstadt bei Berlin. Die Familien
zerfallen.
Die beiden
Jugendlichen eint szummer Protest gegen eine Erwachsenenwelt, deren Lügen sie
eher
Spüren
als
verstehen. Präziser und empfindsamer ist der Umbruch im Osten kaum beschrieben
worden."
(Freitag)
"...Es schien, als hätte ich eine Grundlage gefunden, von der aus ich von den
russischen
Offizieren und
ihren Familien erzählen konnte. Warum? Weil ich in meinem ersten Spielfilm etwas
über
den
Sozialismus,
der auch meine Kindheit war, und über das Ende des Sozialismus etwas sagen wollte.
Ich
wollte
zeigen,
daß große politische Ereignisse schließlich immer auch individuelle menschliche
Geschichten
sind."
(Zoran Solomun)
Wenn die Gondeln Trauer
tragen
GB 1973 109min
R.: Nicholas Roeg
B.: nach Roman von Daphne du Maurier
D.: Donald Sutherland, Julie Christie, Hilary Mason
Nach dem Tod ihrer Tochter durch Ertrinken, fährt das Ehepaar Baxter, um den
Schicksalsschlag zu vergessen und eine Kirche zu restaurieren, ausgerechnet nach
Venedig.
Die Abendzeitung München schreibt:
Im Genre des parapsychologischen Gruselfilms ist dies ein besonders schillerndes
Exemplar:
Undurchsichtig und in der Auflösung irre (nach einem Stoff von Daphne du Maurier),
doch
innerhalb des Bannkreises athmospherischer Hysterie von einer zwanghaften
Logik...
Wer mich liebt, nimmt den
Zug
Der Anhang des verstorbenen Malers Jean-Baptiste nimmt auf seinen letzten
Wunsch
hin den Zug, um zur Beerdigung nach Limoges zu fahren. Auf dem Weg zu Europas
größtem
Friedhof widmet sich die quirlige Sippe der Exgeliebten, verkannten Musen und
Bewunderer
ihren Eifersüchteleien und Gefühlsausbrüchen, streitet und versöhnt sich, spielt Reise
nach
Jerusalem. Nach und nach wachsen einem die Beteiligten ans Herz, während man sie
sich
gleichzeitig vom Leib halten möchte, weil sie ihre Emotionen nicht im Zaum halten
mögen,
was
beim Zusammenprall mit der bürgerlichen Familie des Malers auch ziemlich komisch
ist.
Fra. 1997, 120 Min.
R.: Patrice Chéreau
D.: Valéria Bruni-Tedeschi, Charles Berling, Jean-Louis Tritignant, Roschdy Zem
Western
Ein Schuhverkäufer und ein Landstreicher treffen aufeinander,
streiten-vertragen
sich
und
durchstreifen schließlich gemeinsam die Bretagne. Ihre Erlebnisse, ihre Affären und
Liebesgeschichten
sind überwiegend amüsant, manchmal auch ein wenig melancholisch, so wie sich das
gehört.
Frankreich 1997, O.m.U., 120 Min.
R.: Maurice Poirier
D.: Sergi Lopez, Sascha Bourdo, Elisabeth Vitali
What's eating Gilbert
Grape?
USA 1993 117 Min.
R.: Lasse Hallström
D.: Johnny Depp, Juliette Lewis, Leonardo Di Caprio, Mary Steenburgen
Erwachsenwerdliebeskomödienfilm
Gilberts Leben in einem tristen Kaff wird von Mutter und Geschwistern bestimmt, bis
die
reichlich
hippieske Becky dort auftaucht, sein Herz erobert und ihm sagt, daß ein Mensch sein
eigenes
Leben
wählen kann.
Für zwei Stunden Hollywoodfilm mag ich mich wohl dieser süßen Hoffnung und dem
glücklichen Ende
hingeben, doch dann gehe ich aus dem Kino und laß' mich wieder 'rumschubsen.
Wheels and Deals
BRD 1991 96 Min. OmU B + R + K : Michael Hammon M : William
Ramsey
D
: Sello Ke
Maake-Ncube, Kimberleigh Stark, Archie Mogorosi, Ramolao Makhene
Zu versuchen, sein Geld auf ehrlichen Weg zu erwerben, zahlt sich nicht aus - das hat
der in
Soweto
lebende BT mit der Zeit gelernt und wird ihm besonders bewußt, als zwei seiner
Kollegen
im
Stahlwerk
wegen einer Lappalie gekündigt wird. Beim darauffolgenden Streik gehen ihm die
Forderungen
seines
Freundes nicht weit genug, er empfindet dessen Taktieren als Anbiederung an die
Weissen.
BT beginnt, für den Hehlerring eines rücksichtslosen und ehrgeizigen, und deshalb
wohl
amtierenden
Stadtrates Autos zu stehlen, was zu Konflikten nicht nur mit seiner neuen Liebe, einer
Anwältin,
führen
muß.
When we were kings
Rasend schnell und witzig montierte Dokumentation über die politische und
medienstrategische Bedeutung des legendären Boxkampfes zwischen Muhammad Ali
und
George Foreman in Zaire, wobei natürlich die ausgeprägte Medienwirksamkeit des
ersteren
sehr zur Unterhaltung beiträgt.
USA 1996, 85 Min., OmU
R.: Leon Gast, Taylor Hackford
Whore
Die Hure
USA 1991 92min
Originalfassung!
R.: Ken Russell
B.: K.R.,Deborah Dalton, nach dem Schauspiel von David Hines
D.: Theresa Russell, Benjamin Mouton, Antonio Fargas
Der "typische" Alltag einer Hure
Die Textvorlage eines britischen Taxifahrers, die die Geschichten verschiedener
Prostituierten
zu einer
einzelnen zusammenfaßt, inszenierte Ken Russell ungewohnt unspektakulär, beinahe
lakonisch.
"In 'Whore' gibt es keine offenen Sex-Szenen, Theresa Russell zieht nie ihre Kleider
aus.
Das ist
einer der
unero tischsten Filme, die ich je gemacht habe. Nur die Sprache schockiert." (Ken
Russell)
Nun, so schlimm ist es auch wieder nicht, aber damit sprachlich hier nichts falsch
ankommt
zeigen wir die
englische Originalfassung.
Wie verrückt und aus
tiefstem
Herzen
-truly, madly, deeply-
GB 1990 106 Min.
R.+B.: Anthony Minghella K.: Remi Adefarasin
D.: Juliet Stevenson, Alan Rickman, Bill Paterson, Michael Maloney
Paul Zaentz, Produzent in Hollywood, war völlig begeistert von dem Streifen. Nicht
weniger als
3mal hat er sich ihn in London angesehen, schließlich Regisseur Minghella zum
Essen
eingeladen, und herausgekommen ist Der Englische Patient'.
Für den wurden Produzent und Regisseur ja bekanntlich mit Oskars überhäuft, was wir
nun zum
Anlaß nehmen, eben jenen, weniger prätentiösen Film noch einmal hervorzuholen.
Ninas Geliebter Jamie ist bereits seit 3 Jahren tot, trotzdem beschäftigt er ihre
Gedanken
und
Gefühle ständig. Sie meint, immer noch seine Anwesenheit zu spüren,auch flüstert er
ihr
noch
ständig kleine Vernünftigkeiten ein.
Plötzlich jedoch ist er wieder da. Die Freude ist groß, aber er hat leider ein paar
Kumpels
von
der anderen Seite mitgebracht. Nun muß sie zu deren Unterhaltung Videos besorgen,
muß -
trotz Sommer- heizen, denn den Jungs ist's kalt, und nebenher hat sie noch das
normale'
Leben zu bewältigen, samt eines neuen Bekannten.
Das ganze ist eine kleine, feine Komödie, mit Schauspielern, die ich gerne öfter in
besseren
Filmen sehen möchte als die, wo sie ( zumindest Rickman ) gemeinhin agieren.
Als er dann plötzlich - natürlich unerwartet, aber umso herzlicher begrüßt - wieder
auftaucht,
wird ihr Leben langsam, aber sicher gehörig umgekrempelt.
Am Ende, als sie eine neue Liebe gefunden hat, verläßt er sie mitsamt seinen
inzwischen
ebenfalls aus dem Totenreich entwichenen Kumpels - trotz 'Happy End' ein schön
wehmütiger
Schluß.
Es ist nicht die von der (völlig verfehlten, vom deutschen Titel übers Plakat bis hin
zum
Kudamm-Start) Werbung angepriesene Liebeskomödie, sondern die
Geschichte einer Frau, die Abschied nehmen muß (von wem oder was auch immer).
Erst
wenn
der Film nur als diese, d.h. als nur ihre, Geschichte begriffen wird, entwickelt er seinen
feinen,
skurrilen Witz.
Wilde Herzen
F 1994 110min, R.: André Téchiné, D.: Gaël Morel, Elodie Bouchez, Frédéric
Gorny
,
Stéphane Rideau
Vor dem Hintergrund des französisch-algerischen Krieges erleben vier Jugendliche
aus
der
südwestlichen Provinz Frankreichs, wie merkwürdig es ist, politische Positionen und
Beziehungen zu anderen und zu sich selbst, unter einen Hut zu bringen. Seit langem
einmal
wieder ein Film, wo man Zeit hat, die Personen kennenzulernen. Ihre Motive, so zu
denken, wie
sie denken, so zu handeln, wie sie handeln, lassen sich nachempfinden, oder ganz
einfach: Ihre
Gesichter werden einem nach und nach immer mehr vertraut. Also ein Film der
besseren
Sorte,
wo kein Klischee den Blick auf die Personen versperrt.
Wintermärchen
Frk. 91 114min
R.und B.: Eric Rohmer
D: Charlotte Very, Frederic van den Driessche, Herve Furic
Was am Ende auf jeden Fall im Gedächtnis bleibt, ist die wun dervolle Art, wie Felicie
ihr
Schicksal
beschreibt - 'un lap sus'. Eben jener, daß sie ihrer wahren Liebe am Ende des Ur laubs
die
falsche Adresse
zu steckt. - Sprung - fünf Jahre später besitzt sie eine Tochter, eben aus jener
Beziehung, aber
kann den
Vater nicht finden bzw. er sie nicht. Und diese Wirklichkeit des winterlichen Paris läßt
alles
andere als ein
Wunder vermuten. Sie lebt ihr Leben, pendelt zwischen ihrem Chef Maxence und Loic,
einem
Bibliothekar, hin und her und liebt doch nur den einen. Aber der Film wäre kein
Winter
märchen, wenn
hier bereits Schluß wäre mit der Erzählung.
Wintertage, Frühlingstage
Dongchun di rizi
China 1993 75min O.m.U.
R.: Wang Xiaoshuai
D.: Lui Xiaodong, Yu Hong
Ein neuer, unabhängig produzierter, kleiner Film aus China, der in der Gegenwart
spielt
und
einen an sowas wie eine Nouvelle Vague erinnert, vielleicht auch nur weil die
Hauptdarstellerin
mich an Anna Karina erinnert. Die Geschichte einer Liebe und einer Trennung.
Xiaodong
und
Xiaochun sind seit ihrer Kindheit zusammen, sind Künstler und verdienen wenig Geld
mit
dem
Verkauf ihrer Bilder. Doch der Alltag hat einen Stillstand in ihr Leben gebracht. Da
können
sie
nur fliehen oder verrückt werden.
Wir waren jung
Bulgarien, 1961
(A Biachme Mladi) DF, 113 min
R: Binka Sheljaskova, B: Christo Ganev, K: Vassil Choliotschev, M: Simeon Pironkov,
D:
Rumjana
Karabelova, Dimiter Bujnosov, Ludmila Tscheschmedsheva u.a.
Der Film erzählt von Sheljaskowas eigenen Erfahrungen als Widerstandskämpferin im
2.
WK
und gilt als
eines der bedeutendsten Beispiele für den bulgarischen poetischen Realismus. Eine
Liebesgeschichte
inmitten einer Gruppe junger Partisanen, die in Sofia Sabotage-Akte gegen Deutsche
planen und
ausführen. Ein Film über die verlorenen Generation des Krieges und zugleich eine
Reflexion
über die
Jugend in Bulgarien Anfang der 60er Jahre.
B. Sheljaskova (*1923) studierte an der Hochschule für dramatische Künste in Sofia
und
war
die erste
bul-garische Regisseurin. Filme seit 1954, darunter Der gefesselte Ballon (Priwarsanjat
Balon,
1966),
Das letzte Wort (Doslednata Duma, 1973) und Das mitternächt-liche Bad (Golyamoto
Noshtno
Kupane,
1981). Wir waren jung gehörte in den 60 Jahren zu den großen internationalen
Erfolgen
des
bulgarischen
Kinos.
Wo ist das Haus
meines
Freundes?
( Khaneh-ye Doost Kojast?)
Iran 1990 OmU
R : Abbas Kiarostami
D : Ahmadpoor
So ungerecht, wie wir es alle kennen :
Unverständnis, falsche Fährten und autoritäre Ignoranz behindern Ahmad, als er
seinem
Schulkameraden
das dringend benötigte Schulheft bringen will. Seine Suche nach dem Freund wird zu
einer
Odyssee
durchs unbekannte Nachbardorf, und langsam fängt es an, dunkel zu werden ...
Aber auch :
'Wir haben eine alte Geschichte über einen Vogel, der zur Erkenntnis kommt, daß
man,
um hoch
fliegen
zu können, die Körner am Boden vergessen muß... der Junge in meinem Film schläft
nicht und
ißt nicht,
damit er so hoch fliegen kann, wie Sie es im Film sehen können.'
Abbas Kiarostami
Wolken ziehen vorüber
Finnland 96 96Min.
R : Aki Kaurismäki
D : Kati Outinen, Kari Väänänen, Sakari Kuosmanen
Overacting' ist schwer in Mode: Je mehr ein Schauspieler herumhampelt, fuchtelt
und
grimassiert, desto
größer ist die Begeisterung für diese Schauspielkunst. Wie wohltuend ist in solchen
Zeiten die
stoische
Bewegungslosigkeit der Helden von Aki Kaurismäki, mit der sie selbst die
schlimmsten
Schicksalsschläge
wegstecken. Ihre ungeheure Lakonie erzeugt sowohl die traurigsten, als auch die
komischsten
Momente
seiner besten Filme, die Schauspieler verstellen nicht den Blick des Zuschauers auf
das,
was
geschieht:
Ilona und Lauri haben ihre Arbeitsplätze verloren und versinken immer auswegloser in
ihren
Schwierigkeiten, bis ihnen Herr Kaurismäki ein Ende schenkt, das ... - also, daß mir
keiner über
dieses
Ende motzt, wir sind hier nämlich im Kino, und die Wirklichkeit tobt draußen ungestört
weiter,
sodaß ja
jeder die Möglichkeit hat, anzuschauen, wie es wirklich hätte ausgehen müssen.
Womit hab' ich das
verdient?
Spa. 1984 101min
B+R.: Pedro Almodóvar
D.: Carmen Maura, Angel de Andrés López, Chus Lampreave
"Nur nicht aus Liebe weinen"
Eine Hausfrau namens Gloria (Carmen Maura), mit ihrem Mann Antonio, der
nervenden
Schwiegermutter, und ihren 2 kleinkriminellen Söhnen in eine kleine Madrider
Sozialwohnung
gezwängt,
ist ziemlich frustriert. Als das Macho- Gehabe ihres Antonios auch noch Eifersucht
erregt,
versagen ihre
Nerven und sie erschlägt ihn mit einer Schinkenkeule. Schrill-traurige Sozialkomödie.
Ach
ja,
irgendwie
(fragt mich bloß nicht wie) gehts auch noch um die Hitlertagebücher.
Wounded Faces
D. 1991 82 Min.
R. Norbert Lechner
D. Karin Moser, Sualk Zeugner, Steffen Wink, Robert Aldini, Tilman Schaich,
Antonietta
Bonomi, Maria
Scholz, Maria Passas
Wounded Faces handelt von einer Gruppe junger Leute, die manchmal mit sich, aber
nie
mit
allem
anderen etwas anfangen können. Meistens geht es um Sehnsüchte, Träume und
Wünsche oder
deren
Umkehrungen. Jedenfalls bleibt derjenige alleine, der meint die Lethargie
durchbrechen
zu
können.
Wie sie sich verhalten oder miteinander reden, erinnert stark an frühe Fassbinder
Filme.
Wenn
das kein
Grund ist, es einmal mit einem Nicht- Mainstream- Film zu probieren!
Wrong World
Australien 1984 94min O.m.U.
R.: Ian Pringle
D.: Richard Moir, Jo Kennedy, Nicholas Lathouris
"It has to run out sometime. Everything does. The blood, the passion, the fear.
Except
loneliness."
Ein Roadmovie.
Wo der Himmel die Erde
berührt
Der Film spielt in Kirgisistan, in einer kargen, gebirgigen Region Zentralasiens. Der
Film
begleitet eine alte Frau, die jedes Jahr mit ihren Schafen hoch in die Berge zieht, um
den
Sommer über dort zu leben. Die Jüngeren zieht es nur noch einmal im Jahr zu einer
Art Urlaub
hier hoch, um ihre Tante, Mutter, Oma zu besuchen.
Kirgisistan, die Heimat des Tschingis Aitmatow, ist seit 91 souveräne Republik und
beherbergt eines der
größten Goldvorkommen der Erde. Der Abbau bedeutet schwere Konsequenzen für
das Land und seine
4,5 Millionen Einwohner, hin und her gerissen zwischen Tradition und
Moderne.
BRD 1999 , 85 Min, OmU,
B., R. + K.: Frank Müller, unter Mitarbeit von Tschingis Aitmatow, Musik: Nurian
Nischanov
WerAngstWolf
High-Klassik Texte, gesprochen von High-Klassik Schauspielern, sollen auf die sibillinischen
Berge prallen... (C.Klopfenstein)- und dann sieht man, was zurückkommt. Die
SchauspielerInnen sind unterwegs nach Rom, zu einem imaginären Produzenten, auf
verschiedenen Wegen, aber schließlich werden sie alle in einer verschneiten Hochebene landen.
Sie sprechen, indem sie Passagen aus klassischen Bühnentexten rezitieren, wobei sich das
Gesagte mit der Gegenwart vermischt. Die Texte kennt man, aber hier, und auch, weil der
Regisseur vorwiegend mit ‘Out-Takes' arbeitet, be-kommen sie eine andere, persönliche Be-
deutung. Ein entspannter Film, den man weder nacherzählen kann, noch sollte.
Ch/IT 1996-2000, 85 Min.
B, R, K : Clemens Klopfenstein
D.: Mathias Gnädinger + Charlotte Heinimann mit ‘Onkel Wanja' von Anton P. Tschechow;
Caroline Redl mit ‘Die heilige Johanna' von G. B. Shaw; Georg Meyer-Goll + Max Rüdlinger
mit ‘Nachtasyl' von Maxim Gorki; Anna von Gablenz, Erika Fischer, Johannes Hartmann,
Norbert Muzzulini mit ‘Wer hat Angst vor Virginia Woolf?' von Edward Albee; Doraine Green,
Arne Nannestad mit ‘Who's Afraid of Virginia Woolf?'; Bruno Ganz + Tina Engel mit ‘Der
gefesselte Prometheus' von Aischylos,; Stefan Kurt, Janet Haufler, Norbert Klassen mit
‘Macbeth' von W. Shakespeare; Hans Dieter Jendreyko und Andreas Schulz mit ‘Der
Großinquisitor' von Fjodor M. Dostojewskij; Lukas Klopfenstein mit ‘Das Unendliche' von
Giacomo Leopardi.