Ein Film, wie er nur aus Japan kommen kann, so eigen- und andersartig
stellen sich Geschichte und vor allem Ästhetik und Form dar.
Gleichzeitig nüchtern und verspielt, melancholisch und laut, hat der
Regisseur einen ästhetisch-düsteren Thriller gedreht, der aber nichts
mit dem Horror-Genre gemein hat.
Die Lehrerin Frau Moriguchi
steht vor ihrer chaotischen Klasse und spricht mit ruhiger Stimme über
ihre kleine Tochter, die gestorben ist. Zwei Jungen aus der Klasse
haben sie umgebracht, da ist sie sicher, und das aus reinem Spass. Die
beiden Schüler sind zu jung für eine Verurteilung, und als offizielle
Todesursache wurde sowieso ein Unfall protokolliert. So schmiedet die
alleinstehende Frau einen perfiden Plan. Ihre Rache ist grausam. Ohne
jedes Blutvergiessen wird sie das Leben ihrer Opfer, der jugendlichen
Täter, zerstören.
» Nakashimas Film ist aufgebaut in
mehrere Geständnisse, in denen die zentralen Figuren ihr Gefühlsleben
schildern bzw. darlegen, was sie zu den jeweiligen Taten motiviert hat.
Dieses Ausbreiten ihrer Seele ist dabei größtenteils ein Hilfeschrei
der einzelnen Figuren. Da die Themen nicht mit Samthandschuhen
angefasst werden und jeder Charakter trotz schlimmster Taten
nachvollziehbar handelt, bestärkt dies den positiven Eindruck des
hervorragenden und tiefgründigen Drehbuchs. Dass die
Gesellschaftskritik in keiner Szene überzeichnet wirkt und der Film
auch ein fast schon meisterliches Ende findet, rundet das Ganze zudem
wunderbar ab. « moviemaze