Abouna -  Der Vater

Abouna - Der Vater erzählt vom Alltag im Tschad, einem der ärmsten Länder der Erde. Der 17 jährige Tahir und sein jüngerer Bruder Amin leben am Rande der Hauptstadt Ndjamena. Eines Tages verschwindet ihr Vater auf geheimnisvolle Weise.
Regisseur Mahamet Saleh Haroun gilt seit Bye Bye Africa (1999) als einer der großen Erneuerer des afrikanischen Kinos.
Was war der Anstoß für diesen Film?
Mahamet Saleh Haroun:”Ein Phänomen, das sich im Tschad immer weiter ausbreitet: jeden Morgen hört man Suchmeldungen von Frauen im Radio, deren Ehemänner spurlos verschwunden sind. Niemand hat eine echte Erklärung dafür, es mag mit veränderten Familienstrukturen zusammenhängen, mit denen die Männer nicht zurechtkommen. Jedenfalls sind diese Phantomväter ein echtes soziales Problem geworden. Sie sagen, sie wollen mal eben über die Grenze nach Kamerun auf den Markt gehen, um dort billig einzukaufen, und werden nie wieder gesehen.”
Eine Szene spielt ja auch direkt an dieser Grenze nach Kamerun.
Mahamet Saleh Haroun:” Ja, die Grenze ist tagsüber geöffnet, man kann ohne Visum einfach rüberspazieren. Viele dieser Männer gehen dann wahrscheinlich nach Saudi Arabien, in den Sudan, nach Ägypten oder Libyen, um dort zu arbeiten. Mir ging es aber um die Gefühle der Zurückgebliebenen, vor allem der Kinder, die mit der Situation seelisch überhaupt nicht klarkommen.Und Tahir, der Ältere, sieht sich gegenüber seinem Bruder in eine Vaterrolle gedrängt, für die er eigentlich noch zu jung ist.”


Tschad/Frk. 2002
85 Min. OmU arabisch/französisch
R.: Mahamet - Saleh Haroun
D.: Ahidjo Mahamet Moussa, Hamza Moctar Aguid, Zara Haroun

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